Nun dauert es noch gut 3 Wochen bis es für die Vereine der Bundesliga wieder ernst wird. Am Wochenende 14./15. August 2010 steigen die ersten Pflichtspiele der neuen Saison 2010/2011 in Form der 1. Runde des DFB-Pokals. Eine Woche später startet dann auch die neue Bundesliga-Saison. Die Mannschaft des 1. FC Köln befindet sich derzeit im Trainingslager. Es sind einige Spieler gegangen und einige neue Spieler hinzu gekommen. Doch dazu später mehr. Zunächst wollen wir noch einmal auf die abgelaufene Saison 2009/2010 zurück blicken.
Nach dem überraschenden Abgang von Trainer Christoph Daum vor der vergangenen Saison musste schnell ein Nachfolger gefunden werden. Man fand ihn in Zvonimir Soldo, der als Trainer in der Bundesliga noch ein Neuling ist, aber als Spieler 10 Jahre lang beim VFB Stuttgart spielte. Der Saisonstart verlief alles andere als gut. Nach einer Vorbereitung, in der mehrere wichtige Spieler länger ausfielen und in der auch die Wiedereingliederung des zurückgeholten Stars Lukas Podolski schwer fiel, war auch noch der Spielplan-Hersteller nicht gerade auf Seiten des FC.
Nach einem schweren Anfangsprogramm fand sich der FC schnell am Tabellenende wieder. Erst am 6. Spieltag beim VFB Stuttgart gelang der erste Sieg. Allerdings zog man nach einem überraschenden 3:2-Sieg gegen den amtierenden Deutschen Meister VFL Wolfsburg ins Achtelfinale des DFB-Pokals an. In der Bundesliga kämpfte man jedoch länger um die Abstiegsränge. Der erste Heimsieg gegen Mainz 05 brachte den FC erstmals auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Diesen sollte der FC auch bis zum Ende der Saison nicht mehr abgeben. Doch es wurde schwerer als erwartet.
Nachdem man im DFB-Pokal nach einem Sieg über Regionalligist Trier erstmals seit 2003 wieder das Viertelfinale erreichte, musste man in der Bundesliga nach einem Rückschlag im Heimspiel gegen Hannover 96 wieder zittern. Der Sieg beim Tabellenletzten und späteren Absteiger Hertha BSC Berlin verschaffte wieder etwas Luft. Doch bereits am nächsten Spieltag geriet vor allem Trainer Soldo in die Schusslinie nach dem katastrophalen 0:4 im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim. Nach dreimal 0:0 in Folge wurde das letzte Heimspiel vor der Winterpause gegen den 1. FC Nürnberg zum Endspiel für den Trainer. Der FC gewann mit 3:0 und Soldo durfte bleiben. Bei einer Niederlage hätte der FC auf einem Abstiegsplatz überwintert. So war man 12.
Der Start in die Rückrunde war überraschend euphorisch. Zwar verlor man den Auftakt gegen Borussia Dortmund mit 2:3, danach folgten jedoch Auswärtssiege beim amtierenden Deutschen Meister VFL Wolfsburg (3:2) und bei Eintracht Frankfurt (2:1) sowie ein begeisterndes 3:3 im Heimspiel gegen den Hamburger SV. Doch die Euphorie wurde durch das Pokal-Aus beim Zweitligisten FC Augsburg getrübt. Es folgten auch zwei Niederlagen in der Liga. Vor allem das 1:5 gegen den VFB Stuttgart gab zu Denken. Man meldete sich jedoch mit starken Leistungen bei Bayer Leverkusen (0:0) und gegen den späteren Deutschen Meister Bayern München (1:1), bei dem auch der ansonsten enttäuschende Lukas Podolski glänzte, wieder zurück. Nach einem 0:1 in Mainz, sowie einem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach blieb man weiterhin abstiegsgefährdet.
Ein erster grosser Schritt in Richtung Klassenerhalt war das 4:1 in Hannover bei dem vor allem der von Manchester United ausgeliehene Serbe Zoran Tosic brillierte. Es folgte jedoch eine weitere Enttäuschung. Nach einem 0:3 im Heimspiel gegen den späteren Absteiger Hertha BSC Berlin musste man erneut zittern. Doch der 2:0-Erfolg in Hoffenheim durch zwei Treffer vom Junioren-Spieler Adam Matuschyk, der nebenbei ursprünglich aus der Jugend des saarländischen VFB Dillingen stammt, war der Abstieg so gut wie verhindert. Den endgültigen Klassenerhalt schaffte man eine Woche später durch einen 2:0-Sieg über den späteren Absteiger VFL Bochum.
In den letzten drei Spielen ging es also um nichts mehr. Nach einem 0:1 in Bremen, einem 2:2 gegen Freiburg und einem 0:1 in Nürnberg beendete man die Saison mit 38 Punkten auf Platz 13. Es war eine eher enttäuschende Saison bei der das einzig Positive war, dass man das Hauptziel Klassenerhalt erreicht hat. Enttäuschend war vor allem der Angriff. Lukas Podolski und auch der letztjährige Goalgetter Milivoje Novakovic enttäuschten auf ganzer Linie. Eine einzige Enttäuschung war auch der als Spielmacher verpflichtete Portugiese Maniche. Einziger Lichtblick in der Offensive war der für die Rückrunde ausgeliehene Serbe Zoran Tosic. Rückhalt jedoch war wie im Vorjahr schon die meist starke Abwehr um Kapitän Youssef Mohamad und Pedro Geromel, sowie Keeper Faryd Mondragon. Positiv war auch, dass mit Adam Matuschyk ein Jugendspieler den Sprung in die Bundesliga schaffte.
Insgesamt setzte Trainer Zvonimir Soldo 26 verschiedene Spieler ein. Keiner der Spieler schaffte es bei allen 34 Meisterschaftsspielen auf dem Platz zu stehen. Die meisten Einsätze hatten Torwart Faryd Mondragon, Aussenverteidiger Miso Brecko und Mittelfeldspieler Petit mit je 32 Einsätzen. Hier nun alle eingesetzten Spieler des 1. FC Köln in der Saison 2009/2010:
Mondragon, Brecko, Petit (je 32), Mohamad, Freis (je 31), Novakovic (30), Geromel, Ehret (je 29), Podolski (27), Maniche (26), McKenna (25), Pezzoni (21), Schorch (17), Chihi, Ishiaku (je 15), Tosic (13), Wome (12), Matuschyk (9), Brosinski (8), Yalcin (7), Sanou (6), Matip (4), Cullmann (3), Kessler, Zielinsky (je 2), Yabo (1)
Der 1. FC Köln erzielte in der Saison 2009/2010 insgesamt 33 Tore. Diese verteilen sich auf folgende Torschützen:
Novakovic (6), Tosic (5), Chihi, Freis (je 3), Mohamad, Maniche, Matuschyk, Podolski (je 2), Geromel, McKenna, Schorch, Ehret, Petit, Pezzoni, Sanou (je 1)
Hinzu kommt ein Eigentor von Eintracht Frankfurt.
Dass nach dieser eher enttäuschenden Saison etwas passieren musste, war sicherlich allen klar. Doch an Trainer Zvonimir Soldo wollten die Verantwortlichen festhalten. Dafür verliessen einige Spieler den Verein. Leider konnte der 1. FC Köln den ausgeliehenen Zoran Tosic nicht halten, da die von Manchester United gefordete Ablösesumme nicht bezahlt werden konnten. Tosic wechselt nun nach Russland zu ZSKA Moskau. Ebenfalls verlassen haben den Verein Ersatz-Torwart Thomas Kessler (ausgeliehen an FC St. Pauli), Pierre Wome (Ziel unbekannt), Maniche (Sporting Lissabon) und Wilfried Sanou (ausgeliehen an Urawa Red Diamonds). Des Weiteren bekamen Manasseh Ishiaku und Marvin Matip nahe gelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Beide stehen jedoch noch unter Vertrag.
Gekommen sind bisher hauptsächlich junge Spieler, die den meisten noch kein Begriff sind. Bekanntester Neuzugang ist Martin Lanig vom VFB Stuttgart, der günstig zu haben war, da er in der vergangenen Saison wegen einer Verletzung kaum zum Einsatz kam und in den Planungen des VFB keine Rolle mehr spielte. Ausserdem stossen Mato Jajalo (AC Siena), Kostas Giannoulis (Iraklis Saloniki), Alexandru Ionita (Rapid Bukarest) und Christopher Buchtmann (FC Fulham). Der Kader soll zudem auch immer wieder durch eigene junge Talente aufgefüllt werden. Die Rolle des Ersatz-Torwarts übernimmt die bisherige Nummer 3 Miro Varvodic.
Zu was die neue Mannschaft in der Lage ist, wird man wohl erst sehen, wenn es wieder mit den Ernstfällen los geht. Am Sonntag, den 15. August startet die Pflichtspiel-Saison für den 1. FC Köln. In der 1. Runde des DFB-Pokals ist dann der Regionalligist ZFC Meuselwitz der Gegner. Eine Woche später, am Samstag, den 21. August, geht es im heimischen Rheinenergie Stadion am 1. Spieltag der Bundesliga gegen den Wieder-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern. Danach warten Werder Bremen, der FC St. Pauli und Meister Bayern München. Nach diesen Spielen wird man erstmals sehen, in welche Richtung es für den FC in dieser Saison gehen könnte. Bis dahin heisst es abwarten.